2026 02 11 Wewelsburg3Am Donnerstag, den 08.01.2026, unternahmen die Schülerinnen und Schüler der Q1 anlässlich eines Studientags eine Exkursion zur Erinnerungs- und Gedenkstätte Wewelsburg.

Zentraler Bestandteil des Studientags war eine fachkundige Führung durch die Gedenkstätte. Die Wewelsburg, nahe dem Ort Büren im Kreis Paderborn, wurde bereits im 17. Jahrhundert errichtet, erlangte jedoch vor allem durch die Zeit des Nationalsozialismus Bekanntheit.

Unter der Leitung von Heinrich Himmler sollte die Burg zu einem ideologischen Zentrum ausgebaut werden und als Versammlungsort der Schutzstaffel (SS) dienen. Die umfangreichen Umbauarbeiten des Geländes wurden von Häftlingen des eigens eingerichteten Konzentrationslagers Niederhagen ausgeführt.

Über 3.900 Menschen wurden in das KZ Niederhagen deportiert. Mindestens 1.229 Menschen verloren dort infolge der schlechten Arbeits- und Haftbedingungen sowie durch Gewalt und Willkür der SS ihr Leben, darunter Juden, politische Häftlinge, Zeugen Jehovas (sogenannte Bibelforscher), Roma, Homosexuelle, Kriegsgefangene und Zwangsarbeiter aus Polen, der Sowjetunion, der Tschechoslowakei, Frankreich, den Niederlanden und Belgien.

Die Schülerinnen und Schüler hatten die Möglichkeit, den Nordturm der Burg zu besichtigen sowie eine Dauerausstellung, die über die Ideologie der SS informierte und die Lebens- und Leidensgeschichten der Opfer der SS-Gewalt durch Zeitzeugeninterviews sowie zahlreiche überlieferte Schriftquellen näherbrachte. Ebenso konnte die ehemalige Häftlingsküche des KZ Niederhagen besucht werden, eines der letzten erhaltenen Gebäude dieser Art.

Der Besuch der Gedenkstätte stellte eine eindrucksvolle und wichtige Ergänzung zum Unterricht dar und unterstrich die Bedeutung der Erinnerung an die Verbrechen des Nationalsozialismus als festen Bestandteil historisch-politischer Bildung und einer kritischen Erinnerungskultur.

Text: Daniela Schlupp und Lucia Schürmann

Fotos: Simon Schröer